Fondsgebundene Rentenversicherung: So funktioniert die Fondspolice

Fondspolice von der Beitragszahlung bis zur Rente: Funktionsweise, Auszahlformen, Rentenfaktor und der Wegweiser zu Kosten, Steuern und Kündigung.

Von Dr. Alexander Adam Geschäftsführender Gesellschafter der fonder GmbH, Marklohe Stand: 11.02.2026 7 Min. Lesezeit

Eine fondsgebundene Rentenversicherung, kurz Fondspolice, ist eine private Altersvorsorge, bei der die Beiträge nicht in verzinste Anlagen fließen, sondern in Investmentfonds und ETFs. Gesucht wird sie auch als fondsgebundene Altersvorsorge oder als Fonds-Rentenversicherung, gemeint ist dasselbe Produkt: ein Versicherungsvertrag als Hülle um eine Fondsanlage. Dieser Ratgeber erklärt die Funktionsweise von der ersten Beitragszahlung bis zur Rente. Für Steuern, Kosten, Kündigung und den Vergleich mit dem ETF-Sparplan gibt es jeweils einen eigenen Beitrag, auf den hier verwiesen wird.

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Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Du zahlst Beiträge an einen Versicherer. Der zieht seine Kosten ab, legt den Rest in Fonds an, die du aus seinem Angebot auswählst, und leistet am Ende entweder eine lebenslange Rente oder eine Kapitalauszahlung. Der Unterschied zur klassischen Rentenversicherung liegt in der Anlage: Dort steht ein Garantiezins, hier die Wertentwicklung der gewählten Fonds. Das Ziel sind höhere Renditechancen als bei klassischen Tarifen mit Garantiezins, die im Niedrigzinsumfeld kaum noch Rendite abwerfen.

Der Unterschied zum ETF-Depot liegt dagegen nicht in der Anlage, sondern in der Hülle. In beiden Fällen fließt Geld in Fonds oder ETFs. Die Fondspolice packt diese Anlage in einen Versicherungsvertrag, und daraus ergeben sich eigene Regeln für Besteuerung, Kosten, Zugriff und Vererbung. Genau diese Hülle ist der eigentliche Gegenstand jeder Entscheidung für oder gegen eine Fondspolice.

So funktioniert die Fondspolice Schritt für Schritt

  1. Beitrag. Du zahlst laufende Beiträge an den Versicherer.
  2. Kostenabzug. Vom Beitrag gehen Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten ab. Die Abschluss- und Vertriebskosten fallen typischerweise konzentriert in den ersten Vertragsjahren an. In dieser Zeit landet also weniger Geld in den Fonds als du einzahlst.
  3. Fondsanlage. Der Rest wird in die von dir gewählten Fonds oder ETFs aus dem Angebot des Versicherers investiert. Das Fondsguthaben schwankt vollständig mit der Marktentwicklung dieser Fonds.
  4. Ansparphase. Innerhalb der Police kannst du die Fonds wechseln, in den meisten Tarifen mehrmals im Jahr kostenlos und ohne dass dabei Steuer anfällt. Viele Tarife fahren den Aktienanteil vor Rentenbeginn außerdem automatisch herunter, das sogenannte Ablaufmanagement.
  5. Rentenbeginn. Aus dem Guthaben wird eine lebenslange Rente oder eine Kapitalauszahlung. Viele Verträge räumen dafür ein Wahlrecht ein.

Was am Ende herauskommt, lässt sich nicht garantieren, weil es von der Marktentwicklung abhängt. Die Hochrechnungen der Versicherer bei 2, 4 und 6 Prozent jährlicher Rendite sind Rechenbeispiele, keine Zusagen.

Rente oder Kapital: die Auszahlformen

Am Rentenbeginn steht die Entscheidung, die über das tatsächlich verfügbare Netto und über die Absicherung entscheidet:

  • Lebenslange Leibrente. Sie verlagert das Langlebigkeitsrisiko auf den Versicherer und zahlt bis zum Lebensende. Der Preis dafür ist Unflexibilität: Das Kapital ist gebunden, und bei frühem Tod kann das nicht verrentete Kapital je nach Rentengarantiezeit und Vertragsgestaltung ganz oder teilweise verloren gehen.
  • Kapitalauszahlung. Volle Verfügung über den Betrag, vollständig vererbbar, aber kein Schutz gegen ein langes Leben.
  • Entnahme- oder Auszahlplan. Das Restkapital bleibt investiert und vererbbar, dafür kann es vor dem Lebensende aufgebraucht sein.

Wie viel Rente aus dem Guthaben wird, bestimmt der Rentenfaktor. Er gibt an, wie viel monatliche Rente der Versicherer je 10.000 Euro Vertragsguthaben zahlt. Verbindlich ist dabei nur der garantierte Rentenfaktor; der aktuelle Wert liegt oft höher, ist aber eine unverbindliche Momentaufnahme. Vertiefend dazu: Rentenfaktor verstehen und Leibrente, Entnahmeplan oder Kapitalauszahlung.

Garantie, Risiko und Todesfall

Bei reinen fondsgebundenen Tarifen ohne Garantiekomponente gibt es keinen Kapitalschutz. Bei anhaltenden Marktverlusten bis zum Rentenalter kann weniger ausgezahlt werden als eingezahlt wurde. Tarife mit Beitragsgarantie schützen davor, kosten aber Rendite, weil ein Teil des Kapitals in risikoarme Anlagen fließt.

Stirbt der Versicherte in der Ansparphase, erhalten die Hinterbliebenen typischerweise den Rückkaufswert oder die eingezahlten Beiträge, je nach Vertrag. Manche Policen schließen eine zusätzliche Todesfallleistung ein, was die Kosten erhöht. Weil die Fondspolice ein Versicherungsvertrag ist, lässt sich ein Bezugsberechtigter benennen: Die Leistung fließt dann am Nachlass vorbei direkt an diese Person. Ein ETF-Depot fällt dagegen in den Nachlass.

Besteuerung: erst bei Auszahlung, je nach Auszahlform

In der Ansparphase greift der Fiskus im Versicherungsmantel nicht laufend zu. Umschichtungen lösen keine Steuer aus, und eine Vorabpauschale wird nicht erhoben. Besteuert wird erst die Auszahlung, und dabei zählt die Auszahlform: Bei Kapitalauszahlung ab dem 62. Lebensjahr und nach mindestens zwölf Jahren Laufzeit greift das Halbeinkünfteverfahren, bei lebenslanger Rente die Ertragsanteilbesteuerung. Wird die Police vorher aufgelöst, ist der volle Ertrag steuerpflichtig.

Alle Fälle inklusive Teilfreistellung und Todesfall stehen mit Tabelle im Ratgeber Besteuerung der fondsgebundenen Rentenversicherung.

Kosten: der Effektivkostensatz ist die Vergleichszahl

Zu den Fondskosten (TER) kommen bei der Police die Abschluss- und Vertriebskosten sowie die laufende Verwaltung des Versicherers. Alle Kostenarten zusammen stehen als Effektivkostensatz im Produkt- beziehungsweise Basisinformationsblatt jedes Tarifs: als Renditeminderung in Prozentpunkten pro Jahr. Ob ein Tarif wirklich teuer ist, entscheidet sich allerdings erst zusammen mit der Besteuerung, denn ein Vertrag mit etwas höheren Effektivkosten kann nach Steuern besser dastehen.

Wie du diese Zahl findest, woraus sie sich zusammensetzt und warum sie nie isoliert betrachtet werden sollte: Effektivkosten von Fondspolicen erkennen. Ob die Abschlusskosten überhaupt im Produkt stecken oder als separates Honorar abgerechnet werden, klärt Nettopolice vs. Bruttopolice.

Fondspolice oder ETF-Sparplan?

Auf der Anlageebene ist der ETF-Sparplan in der Regel schlanker, weil die Versicherungskosten entfallen. Dafür löst dort jede Umschichtung Abgeltungsteuer aus, es fällt die Vorabpauschale an, und das Guthaben landet im Todesfall im Nachlass. Welcher Weg vorn liegt, ist damit keine Grundsatzfrage, sondern eine Rechnung aus Kosten, persönlichem Steuersatz und Laufzeit.

Die Argumente für beide Seiten, inklusive Vergleichstabelle: Fondspolice vs. ETF-Sparplan.

Bestehenden Vertrag kündigen oder umbauen?

Der Rückkaufswert entspricht im Kern dem Fondsguthaben abzüglich eines vertraglich geregelten Stornoabzugs. Weil die Abschlusskosten meist über die ersten Vertragsjahre aus den Beiträgen bezahlt werden, liegt er in dieser Zeit oft unter der Summe der Einzahlungen. Vor einer Kündigung lohnt deshalb der Blick auf die Alternativen: Beitragsfreistellung, Fondswechsel im Versicherungsmantel und Beitragsreduktion.

Rückkaufswert, Steuerfolgen und Alternativen im Detail: Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen. Wann sich der Wechsel eines Altvertrags rechnet, zeigt Fondspolice-Bestandsvertrag prüfen.

Und ab 2027 das Altersvorsorgedepot?

Zum 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot, die staatlich geförderte Altersvorsorge ohne Beitragsgarantie, die das Riester-Neugeschäft ablöst. Damit steht neben der Fondspolice ein zweiter Weg, Fonds und ETFs für die Altersvorsorge zu nutzen, dieser aber mit Zulagen und mit Bindung bis zum Rentenalter. Förderlogik, Zulagenhöhe und Auszahlregeln stehen im Leitfaden Altersvorsorgedepot 2027.

Für wen die Fondspolice passt

Für die Fondspolice sprechen ein langfristiger Horizont bis in den Ruhestand, ein hoher persönlicher Steuersatz im Erwerbsleben, der Bedarf an steuerfreiem Umschichten, ein Versorgungswunsch für Angehörige und der Wunsch nach automatischer Disziplin samt Ablaufmanagement.

Für den ETF-Sparplan sprechen ein kurzer bis mittlerer Horizont, der Wunsch nach maximaler Liquidität, niedrige Kosten als Priorität, diszipliniertes Anlageverhalten und ein persönlicher Steuersatz im Alter unterhalb der Abgeltungsteuer. In vielen Fällen ist die ehrlichste Antwort kein Entweder-oder, sondern eine Kombination aus beidem.

Wo die Details stehen

Frage Ratgeber
Wie wird die Police besteuert? Besteuerung der fondsgebundenen Rentenversicherung
Was kostet der Tarif wirklich? Effektivkosten von Fondspolicen erkennen
Lohnt stattdessen ein ETF-Sparplan? Fondspolice vs. ETF-Sparplan
Soll ich meinen Vertrag kündigen? Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen
Rente, Auszahlplan oder Kapital? Leibrente, Entnahmeplan oder Kapitalauszahlung
Wie hoch wird die Rente? Rentenfaktor verstehen
Provision oder Honorar? Nettopolice vs. Bruttopolice
Lohnt der Umbau eines Altvertrags? Fondspolice-Bestandsvertrag prüfen
Fondspolice oder Rürup? Fondspolice vs. Rürup-Rente

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fonder stellt Fondspolice, ETF-Depot, Rürup und Altersvorsorgedepot nebeneinander und rechnet die Ablaufleistung nach Steuern, inklusive Effektivkosten des Tarifs und Rentenfaktor für die Verrentung. Das Ergebnis lässt sich als PDF für den Kundentermin ausgeben.

Ohne Anmeldung nutzbar ist der kostenlose Vertragscheck: PDF der bestehenden Versicherung hochladen und die tatsächlichen Kosten des Vertrags sehen. Den vollen Vergleich inklusive PDF-Export gibt es, wenn du fonder kostenlos testest.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung. Steuerliche Regeln hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern. Für verbindliche Aussagen ist der steuerliche Berater zuständig.

Häufige Fragen

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Eine private Altersvorsorge, bei der die Beiträge nicht in verzinste Anlagen fließen, sondern in Investmentfonds und ETFs. Der Versicherer zieht seine Kosten ab, legt den Rest in die gewählten Fonds an und zahlt am Ende eine lebenslange Rente oder das angesparte Kapital aus. Die Anlage läuft im Versicherungsmantel, daraus ergeben sich eigene Regeln für Steuern, Kosten und Vererbung.

Ist das eingezahlte Kapital geschützt?

Bei reinen fondsgebundenen Tarifen ohne Garantiekomponente gibt es keinen Kapitalschutz. Im schlimmsten Fall (anhaltende Marktverluste bis zum Rentenalter) kannst du weniger ausgezahlt bekommen als eingezahlt. Produkte mit Beitragsgarantie bieten Schutz, kosten aber Rendite, weil ein Teil des Kapitals in risikoarme Anlagen geparkt wird.

Was passiert bei Tod während der Ansparphase?

Typischerweise erhalten die Hinterbliebenen den Rückkaufswert oder die eingezahlten Beiträge, je nach Vertrag. Manche Policen schließen eine Todesfallleistung ein; das erhöht aber die Kosten.

Kann ich die Fonds wechseln?

Ja. Fondswechsel innerhalb einer Fondspolice sind meist kostenlos und steuerneutral, da du noch nicht ausgezahlt hast. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Depot, wo ein Verkauf zur Steuerauslösung führt.

Wie hoch ist die Auszahlung am Ende?

Das lässt sich nicht garantieren, weil sie von der Marktentwicklung abhängt. Versicherer zeigen Hochrechnungen bei 2 %, 4 % und 6 % jährlicher Rendite. Diese sind Beispiele, keine Versprechen.

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Dr. Alexander Adam

Geschäftsführender Gesellschafter der fonder GmbH, Marklohe

Alexander ist promovierter Ingenieur und Geschäftsführender Gesellschafter der fonder GmbH. Er verantwortet die Inhalte auf fonder-vergleiche.de und prüft jeden Ratgeber-Beitrag fachlich. Die Rechenbeispiele stammen aus dem fonder-Rechenkern, mit dem Finanzberater täglich ihre Kundengespräche rechnen.

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