Altersvorsorge Rechner 2026: Rentenlücke berechnen und die richtige Strategie finden

Was berechnet ein Altersvorsorge-Rechner?

Ein Altersvorsorge-Rechner hilft dir, die Frage zu beantworten, die die meisten vor sich herschieben: Reicht meine gesetzliche Rente im Alter oder fehlt Geld? Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente, deinen Ausgaben im Rentenalter und deinem geplanten Renteneintrittsalter. Die Differenz zwischen dem, was du brauchst, und dem, was die gesetzliche Rentenversicherung zahlt, nennt sich Rentenlücke.

Ein guter Altersvorsorge-Rechner geht über diese Grundrechnung hinaus und zeigt dir, welche Sparrate du heute brauchst, um die Lücke zu schließen, und welches Produkt bei deinen konkreten Rahmenbedingungen am effizientesten ist.

Rentenlücke berechnen: So gehst du vor

Schritt 1: Erwartete gesetzliche Rente ermitteln

Deine voraussichtliche gesetzliche Rente findest du auf dem jährlichen Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung (kommt automatisch ab 27 Jahren). Für eine schnelle Schätzung: Wer 40 Jahre lang ein Durchschnittseinkommen (2025: ca. 45.000 Euro brutto) erzielt und einzahlt, bekommt rund 45 Prozent des letzten Bruttogehalts als gesetzliche Rente. Mit Abzügen (Krankenkasse, Steuer) sind das oft weniger als 40 Prozent des Nettoeinkommens.

Schritt 2: Gewünschtes Rentenalter-Einkommen festlegen

Faustregel: Im Alter braucht man 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, um den Lebensstandard zu halten. Miete, Kredite und Kinderkosten fallen weg, dafür steigen Gesundheitsausgaben und Reisewünsche.

Schritt 3: Rentenlücke ausrechnen

Gewünschtes Monatseinkommen minus gesetzliche Rente = Rentenlücke pro Monat. Diese Lücke muss durch private Altersvorsorge, Betriebsrente oder Kapitalvermögen gedeckt werden. Bei 30 Jahren Rentenzeit und einer Lücke von 500 Euro pro Monat brauchst du am ersten Rentenmonat ein Kapital von rund 150.000 Euro (grobe Näherung ohne Inflation und Anlagerendite in der Auszahlungsphase).

Welche Altersvorsorge passt zu dir?

Kein Altersvorsorge-Produkt passt für alle. Hier ein Überblick der wichtigsten Optionen:

ETF-Sparplan im Depot

Maximal flexibel, niedrigste Kosten, kein Versicherungsrahmen. Du zahlst Abgeltungsteuer auf Gewinne bei jedem Verkauf und auf die Vorabpauschale jährlich. Ideal für Menschen unter 40 mit langer Anlagehorizonten, die Flexibilität priorisieren.

Fondspolice (fondsgebundene Rentenversicherung)

ETFs innerhalb eines Versicherungsmantels. Steuerfreies Wachstum in der Ansparphase, günstigere Besteuerung bei Auszahlung dank 12/62-Regel. Dafür höhere Kosten als ein direktes Depot und weniger Flexibilität. Sinnvoll bei langen Laufzeiten (20 Jahre) und niedrigem Effektivkostensatz unter 0,8 Prozent.

Altersvorsorgedepot (ab 2027)

Das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot kombiniert ETF-Investment mit staatlichen Zulagen (ähnlich Riester, aber flexibler). Die Beiträge sind steuerlich absetzbar, die Auszahlung wird im Rentenalter besteuert. Für viele Angestellte ab 2027 die attraktivste Grundstruktur.

Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Beiträge aus dem Bruttogehalt, also vor Steuer und Sozialversicherung. Gut, wenn der Arbeitgeber mindestens 15 Prozent Zuschuss gibt (seit 2019 Pflicht bei Entgeltumwandlung). Nachteil: Im Rentenalter voller Steuersatz und Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente.

Rürup-Rente (Basisrente)

Für Selbstständige das wichtigste Steuerspar-Instrument: Beiträge bis zu 29.344 Euro pro Jahr (2025, Alleinstehende) steuerlich absetzbar. Dafür unflexibel: keine Kapitalauszahlung, nur lebenslange Rente, nicht beleihbar oder vererbbar.

Wie viel musst du monatlich sparen?

Das hängt stark davon ab, wann du anfängst. Wer mit 25 Jahren beginnt, kann mit deutlich niedrigeren Raten die gleiche Rentenlücke schließen wie jemand, der mit 45 anfängt, weil Zinseszinseffekte mehr Zeit haben zu wirken. Konkrete Beispiele (angenommen 5 Prozent jährliche Rendite nach Kosten):

Start mit 25, Renteneintritt mit 67: 42 Jahre Ansparzeit. Um 300 Euro monatliche Zusatzrente über 25 Jahre zu erzielen, brauchst du ein Kapital von ca. 75.000 Euro. Mit 5 Prozent Rendite reichen dafür knapp 60 Euro Sparrate pro Monat.

Start mit 35, Renteneintritt mit 67: 32 Jahre Ansparzeit. Für die gleiche Zielvorgabe brauchst du rund 115 Euro Sparrate pro Monat.

Start mit 45, Renteneintritt mit 67: 22 Jahre Ansparzeit. Dann werden schon etwa 210 Euro monatlich benötigt.

Fazit: Früh anfangen ist der stärkste Hebel in der Altersvorsorge. Jedes Jahr Verzögerung erhöht die notwendige Sparrate erheblich.

Häufige Fehler bei der Altersvorsorge

Zu spät anfangen

Wie gezeigt verdoppelt sich die notwendige Sparrate etwa alle zehn Jahre des Aufschubs. Wer mit 35 anfängt statt mit 25, muss fast doppelt so viel sparen.

Nur auf die gesetzliche Rente vertrauen

Das Rentenniveau (Verhältnis gesetzliche Rente zu Durchschnittslohn) sinkt kontinuierlich. Wer heute 40 Jahre alt ist und mit 67 in Rente geht, wird voraussichtlich ein deutlich niedrigeres Verhältnis erleben als heutige Rentner.

Das falsche Produkt wählen

Viele ältere Verträge (Kapitallebensversicherungen, klassische Rentenversicherungen mit Garantiezins) liefern kaum noch Rendite. Überprüfe bestehende Verträge auf ihren Effektivkostensatz und vergleiche mit der Nettoverzinsung.

Inflation vergessen

100 Euro heute sind in 30 Jahren bei 2 Prozent Inflation nur noch gut 55 Euro wert. Deine geplante Rentenlücke muss für die Inflation angepasst sein. Ein guter Altersvorsorge-Rechner berücksichtigt das automatisch.

Altersvorsorge für verschiedene Lebenssituationen

Selbstständige

Ohne gesetzliche Rentenversicherung (außer bei Pflichtversicherung) ist die private Vorsorge noch wichtiger. Rürup-Rente als steueroptimiertes Basisprodukt, danach ETF-Depot oder Fondspolice für die flexible Komponente.

Angestellte

Gesetzliche Rente als Basis, dann betriebliche Altersvorsorge (wenn Arbeitgeber mindestens 15 Prozent zuschießt), dann ab 2027 das Altersvorsorgedepot. ETF-Depot als flexible Ergänzung.

Beamte

Hohes Versorgungsniveau durch Pension, aber kein Riester-Anspruch. Fondspolice oder ETF-Depot als ergänzende Kapitalanlage.

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