Altersvorsorgedepot vs. ETF-Depot: Was ist besser für die Altersvorsorge?
Altersvorsorgedepot vs. ETF-Depot: Die wichtigsten Unterschiede
Das Altersvorsorgedepot (AV-Depot, verfügbar ab 2027) und ein direktes ETF-Depot sind beide sinnvolle Instrumente der privaten Altersvorsorge, verfolgen aber verschiedene Ansätze. Das AV-Depot ist staatlich gefördert und steuerlich eingebettet, das ETF-Depot ist freier, flexibler und in der Regel günstiger.
Das ETF-Depot: Flexibel, günstig, ungebunden
Ein direktes ETF-Depot bei einem Direktbroker ist das einfachste Instrument für die Kapitalanlage. Du kaufst ETFs deiner Wahl, zahlst nur die ETF-Verwaltungsgebühr (TER, typisch 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr) und hast keine weiteren Fixkosten. Das Geld gehört dir jederzeit vollständig und ist ohne Einschränkungen zugänglich.
Das Altersvorsorgedepot: Staatliche Förderung, steuerliche Bindung
Das AV-Depot bietet staatliche Zulagen und steuerlichen Abzug der Beiträge als Sonderausgaben. Du zahlst Beiträge aus dem Bruttoeinkommen, reduzierst dadurch deine Steuerlast und bekommst zusätzlich staatliche Zulagen. Im Gegenzug ist das Kapital bis zum Rentenalter gebunden.
Vergleich nach Kriterien
Kosten
Das direkte ETF-Depot hat keine Produktkosten außer der ETF-TER. Das AV-Depot hat Anbieterkosten, die je nach Anbieter 0,1 bis 0,8 Prozent Mehrkosten pro Jahr bedeuten können.
Staatliche Förderung
Das ETF-Depot hat keine staatliche Förderung. Das AV-Depot bietet Grundzulagen und Kinderzulagen sowie Sonderausgabenabzug. Die effektive Rendite durch Förderung kann die Kostennachteile übertreffen.
Flexibilität
Das ETF-Depot ist jederzeit zugänglich. Das AV-Depot bindet Kapital bis zum Rentenalter; frühe Entnahmen führen zur Rückzahlung der Förderung.
Für wen ist welches Produkt besser?
AV-Depot ist besser für: Menschen mit Zulagenberechtigung, die das Kapital bis zum Rentenalter sicher nicht brauchen, und die im Rentenalter einen niedrigeren Steuersatz haben als heute.
ETF-Depot ist besser für: Menschen, die Flexibilität brauchen, Selbstständige ohne Zulagenberechtigung, und für jeden, der noch keinen langfristigen Plan hat.
Die optimale Strategie: Beides kombinieren
Die meisten Finanzberater werden empfehlen, beides zu nutzen: Das AV-Depot für den staatlich geförderten Teil und das ETF-Depot für den flexiblen Rest.
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